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Ich fühlte das Vibrieren meines Handys und zog es aus der Tasche. Jemand hatte mir eine SMS geschickt. Ich öffnete sie und las. Sie war von einem guten Kumpel. Er wollte wissen was los sei, da ich zwei Wochen schon nicht mehr an meinem PC gewesen war. Ich fühlte, dass er sich Sorgen machte und schrieb ihm, ich würde noch leben und er solle sich keine Sorgen machen, ich würde heute mal wieder on kommen. Schnell schickte ich ab, steckte das Handy zurück in die Hosentasche und schlug dann weiter auf den Boxsack ein. Ich ließ die ganze angestaute Wut, Enttäuschung und Verzweifling an ihm aus, Erst als ich völlig außer Atem und schweißgebadet war, hörte ich endlich auf. Ich holte mir neue Anziehsachen und ging duschen. Das warme Wasser tat mir gut und für kurze Zeit vergaß ich alles in diesem kleinen Glücksgefühl. Doch dann fiel mir alle wie ein Blitzschlag wieder ein. Ich spürte eine Träne aus meinem Auge rinnen, schluchtzte auf, wischte sie mit einer heftigen Handbewegung weg und schrie laut auf. Ein wenig verstört drehte ich das Wasser ab und stieg aus der Dusche, Schnell trocknete ich mich ab und zog mich an.

Ich hatte schon eine Antwortsms erhalten und er sagte, er wäre on, ich sollte kommen wenn ich könnte. Im Wohnzimmer machte ich den PC an und warf automatisch einen Blick auf die Uhr, Es war halb neun. Genau jetzt, in dem Moment...nein, ich versuchte es zu verdrängen und versuchte mir einzureden, es wäre mir egal. Doch es war eine Lüge. Mit Sicherheit und Schnelligkeit gab ich mein Passwort ein. Dann fuhr der PC weiter hoch und Msn und ICQ wurden gestartet. Kaum das ich zehn Sekunden on war, schrieb er mich schon an. Ich meldete mich kurz mit "Da bin ich" und sah dann nach wer on war. Und da stand sein Name in meiner ICQ-Liste, als offline angezeigt, da er mich ignorierte und doch wusste ich genau das er on war. Bei dem Anblick fühlte ich, wie es mir einen Stich versetzte und schnell versuchte ich an etwas anderes zu denken. Ich lenkte mich ab in dem ich meinem "großen Bruder" zurückschrieb. Ein kleines Lächeln huschte über mein Gesicht. Ihm konnte ich nichts vormachen, er wusste geau das etwas los war, er kannte mich einfach zu gut. In dem Moment verspürte ich Glück, ihn zu haben. Entsetzt spürte ich, das ich weinte und wischte die Tränen weg. "So schlimm?" fragte er, als ich nicht zurückschrieb. "Wir haben uns verabschiedet. Für immer..." antwortete ich ihm und konnte meine Tränen nicht mehr zurückhalten. Er wusste wie schlimm es für mich war, er verstand mich, er hatte auch schon so eine Situtation durchgemacht.

Vergebens versuchte mein großer Bruder, mich aufzuheitern, denn ich ging nie auf seine Versuche ein. Ich machte noch einen Versuch, schrieb ihn an, doch wie erwartet bekam ich keine Antwort. Mein Bruder sagte, er käme gleich wieder. Ich fragte solange meine Mails ab, wovon ich viele hatte und schrieb auf viele zurück. Plötzlich blinkte das Unterhaltungsfenster in der Taskleiste, doch der kurze Hoffnungsschimmer, es könnte er sein, verblasste. Es war "nur" eine Freundin...Dann kam mein Bruder wieder. Er schrieb, wenn ich wollte, würde er für 2 Tage vorbei kommen. Ich war sprachlos vor Freude. Ich stimmte zu und er ging um zu packen, Er brauchte nicht lang und dann verabschiedeten wir uns und er nahm vier Stunden fahr auf sich für zwei Tage.

Ich machte den Pc aus, enttäuscht darüber, das er mich immernoch ignorierte, es ernst meinte, das er nichts mehr mit mir zu tun haben wollte. Die nächsten vier Stunden vertrieb ich mit die Zeit mit lesen und kochen, doch nach drei Stunden war ich so nervös das ich alle zehn Minuten zum Fenster rannte und nachsah, ob er nicht schon da war. Dann endlich, sah ich sein Auto in der Einfahrt des Häuserblogs und rannte zur Tür. Gespannt wartete ich auf das klingeln und betätigte sofort mit klopfendem Herzen den Türöffner. Ich rannte ihm die Treppen entgegen und fing mich mit seinen Armen auf. "Wird doch alles wieder gut..." sagte er und wischte mir die Tränen, die mir übers Gesicht liefen, weg. Zusammen gingen wir hoch in meine Wohnung.
"Ist nicht die beste, total heruntergekommen, genau wie das ganze Haus, aber was besseres kann ich mir nicht leisten.." Er sagte, es wär doch egal und meinte, es wär trotzallem gemütlich. 
Wir gingen in die Küche und er fragte, was das im Topf wäre und ich sagte ihm, er könnte ruhig essen, Spaghetti und Tomatensauce. Er nahm sich einen Teller und wir gingen ins Wohnzimmer. Wir schauten ein wenig Fern und dann stellte er die Frage, auf die ich die ganze Zeit gewartet hatte. "Erzählst du mir was los ist? Es wäre besser wenn du es tust. Hast du schon?" Ich schüttelte den Kopf. "Wenn du reden willst, bin ich für dich da, kleine Schwester."
Ich lächelte ein wenig und öffnete den Mund. Ein wenig zögerte ich noch, doch dann erzählte ich ihm alles. Von Anfang bis Ende. Er hatte Recht gehabt, es tat mir gut, mich auszusprechen. Wir redeten noch lange, bis spät nachts und er machte mir wieder ein wenig Mut. Ich bestand darauf, das er in meinem Bett schlief und ich auf der Couch im Wohnzimmer. Total fertig vom heutigen Tag schlief ich relativ schnell ein.

Am nächsten Morgen wurde ich bon einem starken Kaffeegeruch geweckt. Ich schlug die Augen auf und sah eine große Kanne Kaffee auf dem Tisch stehen. Leise hörte ich Wasser plätschern, er war sicher im Bad Duschen. Ich setzte mich auf und trank erstma eine große Tasse voll. Plötzlich ging die Badtür auf und er kam raus. Er grinste mich an und sagte:"Ich war duschen.".
Und ich grinste zurück:"Wusste ich schon!" Dann klingelte sein Handy. Er nahm es raus, sah drauf und sein Gesichtsausdruck veränderte sich zu einem harten, eiskalten Blick. Er ging rüber ins Schlafzimmer und telefonierte. Seine gedämpfte Stimme wurde immer lauter, bis ich ihn schreien hörte:"Warum sie?" Ich schaltete den Fernseher ein und sah fern, bis er wieder kam. Fragend sah ich ihn an und er sagte:"War nicht wichtig." Er setzte sich neben mir und wir schauten zusammen weiter. Er war wieder genauso gut drauf wie vorher und brachte mich sogar zum Lachen. Der Tag war echt der beste seit langem und war genau das, was ich mal wieder gebraucht hatte. Plötzlich klingelte es. Ich sah aus den Augenwinkeln zu meinem Bruder rüber und bemerkte, wie wieder dieser kalte Ausdruck auf sein Gesicht trat. Als ich aufstehen wollte, drücke er mich zurück auf die Couch. "Geh nicht hin, sei leise." flüsterte er, kaum verständlich. "Du musst dich verstecken, pack ein paar Sachen und hau ab. Nimm dein Handy mit, ich werde mich bei dir melden ok? Und beeil dich, ich versuche sie abzulenken!" Ich bekam Angst und fragte ihn, was denn los sei. "Sie sind hinter dir her! Ich hab versucht sie aufzuhalten aber es hat nicht geklappt. Es ist echt besser wenn sie dich nicht kriegen..." Ich zögerte und wollte fragen, warum er mir nichts sagte, da höre ich jemanden rufen:"Caine? Wir wissen das du da drin bist, du bist bei ihr. Mach die Tür auf, sonst passiert dir was!" Er sah mich nochmal an, mit Angst in den Augen und sagte:"Geh, in fünf Minuten musst du weg sein! Mir passiert schon nichts..." Ich stand auf und schlich leise ins Schlafzimmer um ein paar Sachen zu packen. Ich hörte wie er zur Tür ging, wo eine Stimme immer ungeduldiger rief:"Caine, mach auf! Beeil dich!" Ich hörte ihn zurückrufen:"Ja, ich beeil mich, ich find den Schlüssel nicht!" Ich packte schnell meine Sachen, ein paar Fotos und mein Handy. Ich ging an ihm vorbei, in die Küche. Ich öffnete das Fenster, von wo ich auf die Garage klettern würde, dann mit dem Auto wegfahren. Ich ging nochmal zurück in den Flur und wir umarmten uns schnell. Bevor ich aus dem Fenster sprang, drehte ich mich nochmal kurz um und flüsterte:"Caine!" und dann stieß ich mich von der Kante ab. Es war nicht sehr tief, um die 2 Meter. Schnell ging ich in die Garage und startete mein Auto. Bevor jemand es mitbekam, war ich schon weg.




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